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Leonidion - malerisch und beschaulich

Von trampabout

Es gibt gute Gründe, die Ecke um Leonidion herum als Urlaubsziel oder Reiseetappe auszuwählen. Die bequeme Straßenanbindung von Athen über Korinth und Nauplia. Die reizvolle Küstenlandschaft. Die romantische Panoramastraße entlang der Küste von Kiveri bis Leonidion, die sicher zu den schönsten Straßenabschnitten Griechenlands zählt. Die tadellosen Badestrände. Die Wandermöglichkeiten in der grandiosen Bergwelt - von Astros, Leonidion und Kosmas aus. Die einsamen und urigen Bergdörfer – beispielsweise oberhalb Poulithra. Und nicht zuletzt der Fakt, dass sich in diesem Teil des Peloponnes, der zu Arkadien gehört, der organisierte Tourismus noch nicht breit gemacht hat. Nur im Juli und Augaust dürfte es lebhafter werden, wenn die Griechen selbst hier Urlaub machen.

Wir haben unsere Zelte im gemütlichen Plaka, dem Hafen und Strand von Leonidion, aufgeschlagen. Es hätte uns aber bestimmt auch in Paralion Astros, Tiros, Livadi oder Poulithra gefallen.

Leonidion selbst ist ein gediegenes, sauberes Provinzstädtchen am meist trockenen Daphnon-Fluß zwischen rostroten Felswänden. Hier ist das Tor zum Parnon-Gebirge. Die Bergenge öffnet sich Richtung Meer zu einem überaus fruchtbaren Flußdelta mit Olivenhainen, Zitrusplantagen und Gemüsegärten. Nur die Gewächshäuser oder deren Überreste verschandeln die Gegend ein wenig.

Gewiss, Leonidion kann kaum mit großen Attraktionen aufwarten. So erhält man den Eindruck, dass die Autotouristen den Ort oft "links" liegen lassen und die Altstadt schnell auf der neuen, überdimensionierten Uferpromenade umfahren. Das aber zu Unrecht, denn Leonidion ist wirklich sehenswert und irgendwie auch einmalig. Es lohnt sich, die Stadt zu erwandern. Typisch sind die mehrstöckigen Bürgerhäuser oder turmartigen Wohnburgen mit den weißgekalkten Mauern, den prächtigen Portalen und den reich ausgestatteten Höfen und idyllischen Gärten. Man erahnt den Reichtum der Einwohner, der ursprünglich einmal durch Seeräuberei und dann durch den Handel mit Rußland und den anderen Balkanstaaten erworben worden war. Heute sorgt vor allem die Landwirschaft für Wohlhabenheit.

Das quirlige Leben spielt sich in den engen Hauptgasse und auf der Platia ab. Es finden sich viele interessante Geschäfte und kurioserweise etliche Schneiderwerkstätten. Der Supermarkt ist wirklich noch ein Kramerladen, der Obst- und Gemüsehändler hat ein selten großes Angebot und beim Bäcker gibt es fantastische Pralines. In den Kafenions rund um den Hauptplatz hat man alles im Auge und man bekommt schnell heraus, dass quirlig und hektisch nicht das gleiche sein kann. Tavernen sind uns in der Altstadt nicht direkt aufgefallen. Komisch! Aber es gibt eine empfehlenswerte Pizzeria im modernen Stein-Holz-Ambiente, in der man wirklich gut und preiswert speisen kann. Auch der Rotwein war hervorragend.

Es ist sicher erwähnenswert, dass Leonidion früher nur auf dem Seewege erreichbar war. Auf Grund der Unwegsamkeit konnte Leonidion nie politische, militärische und wirtschaftliche Bedeutung erlangen. Aber genauso wie in der Mani war hier ein Hort der Zuflucht und der Freiheit. Die Einwohner sprechen angeblich noch heute einen Dialekt, der sich tsakonisch nennt und auf die altdorische Sprache zurück gehen soll. Diesen Dialekt sollen selbst Griechen nicht verstehen.

Die Entdeckung von Leonidion lässt sich gut mit einem Ausflug zu dem einsamen, an einem Felsen klebenden Nonnenkloster Elonis verbinden. Es liegt ca. 17 Kilometer in Richtung Kosmas und ist problemlos zu erreichen. Die Serpentinenfahrt die Daphnon-Schlucht hinauf, mit den imposanten Aus- und Einblicken, ist ein Erlebnis. Der Blick vom Kloster ins Tal und auf die umliegenden, schroffen Bergriesen ist einfach überwältigend. Die Ikonostase in der Klosterkirche ist ein Kunstwerk. Es gibt in der Nähe von Leonidion noch ein weiteres Kloster. Das unbewohnte Kloster Ajios Nikolaos. Dieser versteckter Ort im Parnongebirge soll besonders reizvoll sein und wird auch als Fußwanderung empfohlen (insgesamt drei Wanderstunden). Wir selbst haben diesen Ausflug ausgelassen.

Geschrieben 28.10.2002, Geändert 28.10.2002, 2913 x gelesen.

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