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Ägäiskreuzfahrt im September 2010 , Teil 5: No room in the night

Von Arion

Mit Jürgen aus Duisburg lernte ich nachts um 1 Uhr auf der „Ierapetra“ von Diafani in Richtung Kassos einen ebenso verrückten Nissomanen kennen.

Jedes Jahr einige Tage Diafani gehören für Jürgen seit 10 Jahren zu seinem Pflichtprogramm, ansonsten werden gnadenlos alle Inseln abgegrast, die irgendwie ( und sei es mit einem Fischerboot ) erreichbar sind.

Mit Kythira fing es bei Jürgen 1976 an. Seitdem ist er als Nissomane auf Tour und ein Ende ist immer noch nicht in Sicht.

Die dreistündige nächtliche Fährfahrt verging bei Ouzo/Sprite und regen Erfahrungsaustausch im Fluge.

Jürgen riet mir mit ihm weiter nach Anafi zu fahren, denn um 4 Uhr morgens würde ich auf Kassos kein Zimmer bekommen.

Ich überdachte ernsthaft seinen Vorschlag, denn Anafi gehört auch zu meinen Lieblingsinseln, aber als die Durchsage zum Aussteigen auf Kassos ertönte, siegte – wie so oft – die Nissomanie in mir.
Ich konnte nicht widerstehen, denn wenn ich schon einmal diese Route nehme, dann kann ich einfach nichts liegenlassen.

Es kam, wie es kommen musste : „ Tote Hose in Phry ! „
Kaum eine Menschenseele verließ das Schiff und der Hafenort schien wie ausgestorben.
Die wenigen, bekannten Unterkünfte waren in Dunkelheit gehüllt.

Ich durchstreifte ein wenig den Ort und setzte mich dann auf eine Bank in der Nähe des Hotels „Anagennissis“

Ein Polizist, der auf mich aufmerksam wurde, erklärte mir, dass er vor 8 Uhr keine Möglichkeit sieht, dass ich ein Zimmer bekomme.

Ich legte mich auf eine Bank an der Platia und schloss die Augen.

Kurze Zeit später krachte es : Ein alter Grieche mit seinem Pickup hatte mich gesehen, seinen Wagen zurückgesetzt und war dann gegen die Begrenzungsmauer gekracht.Stossstange verbogen, Rücklicht kaputt.

Er stieg aus, kümmerte sich aber nicht um den Schaden , kam zu mir und fragte , ob er mich zu einem Kaffee einladen dürfte.

Vor dem Kafenion mit angeschlossenen Bäcker/Cafe saß schon ein Grieche, zu vorgerückter Stunde waren es zeitweise bis zu 8 Leute, später auch die Hafenpolizisten.

Alle wollten auf griechisch wissen, wo ich herkomme, wo ich hin will.

Da musste ich mir echt Mühe geben, aber nach 2 Stunden kam einer hinzu, der ein wenig englisch konnte.

Sie luden mich zu Kaffee und Ouzo/Meze ein.

Zeitweise wurde 30 Minuten geschwiegen, dann aber gestenreich über die Politiker und EU gewettert und dann wurde wieder geschwiegen.

So vergingen die Stunden und gegen 8:15 Uhr kam der Chef vom Reisebüro hinzu, bot mir eine Unterkunft an und zeigte mir anschließend ein wunderschönes Zimmer mit Hafenblick und Dachterrasse für 30,-€.

Aufgewühlt durch die Erlebnisse am Morgen, war an Schlaf kaum zu denken.
Also durchstreifte ich nach einer Ruhestunde den Ort und entdeckte viel, was meinen Eindruck bestärkte, dass ich hier eine „Perle“ entdeckt habe, die ich sicherlich wieder einmal aufsuchen werde.

Beeindruckend auch die Freundlichkeit der Bewohner, die mir begegneten.

Es schien sich irgendwie rumgesprochen zu haben, dass sich ein Tourist hierher verirrt hatte......

Geschrieben 18.01.2011, Geändert 20.01.2011, 1780 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von Richi vom 22.01.2011 22:16:06

Positiv bekloppt! Aber echt!
Weiter so!

Gruß
Richi