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Thirasia – Anarchie und Ruhe

Von kokkinos vrachos

jassas, da ich ja eher die kleinen ruhigeren griechischen Inseln bevorzuge und mir die Landschaft im Film Kleine Verbrechen (2008 war die Insel Schauplatz des Filmes, de.wikipedia.org/wiki/Kleine_Verbrechen ) gut gefiel, stand Thirasia schon länger auf meiner Liste.

Diesen April war es dann so weit, Thirasia war für 5 Tage meine erste Station. Los ging es mit dem Flieger von Hamburg – Athen – Santorini.

Dann mit dem Bus von Santorini nach Oia, von Oia ging es dann mit dem Gemeindeboot Thirasia (Lantza) für lau nach Riva/Thirasia. Außer mir war noch ein Einheimischer mit an Bord. Nach 10 Minuten fahrt angekommen in dem sehr trostlosen Hafenort Riva. Von dort ging es mit einem kleinen schon in die Jahre gekommenen Bus in 5 Minuten ebenfalls für lau in den Hauptort Manolas. So stelle ich mir eine sozialistische Gesellschaft vor, wo man für die Beförderungen der Nahverkehrsmittel nichts zahlen braucht.

Es ist gar nicht so einfach einen Artikel über Thirasia zu schreiben, es fallen einem Begriffe ein wie: trostlos, Bielefeld, Ruhe, Anarchie, Autos ohne Nummernschilder, wunderschöne Landschaft, viele Kirchen und Klöster- aber dazu später mehr.

Wenn man auf eine Matratze und Dusche nicht verzichten möchte, bleiben einem nur die Zacharo Rooms in Manolas. Das Hotel Cavo Mare steht schon seit über 10 Jahren leer und verfällt immer mehr.

Jimmy (der eigentlich Dimitros heißt) und seine Frau lebten und arbeiten lange in der USA und betreiben nun die sehr einfachen Zacharo Rooms (es gibt aber WiFi). Jimmy ist auf Syros geboren. Die 30€ pro Nacht in der Vorsaison sind natürlich viel zu teuer. Außer draußen zu schlafen gibt es keine Alternative, da muss man halt ins Gras beißen.

www.booking.com/hotel/gr/zacharo-rooms-r entals.de.html

www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g1782920 -d1816806-Reviews-Zacharo_Rooms-Thirassi a_Cyclades.html

Ein paar Tage später hatte ich auf Sikinos direkt am Meer eine Traumunterkunft für 20€.

Die Orte

Es gibt zwei kleine Hafenorte Riva und Korfos. In Riva legt auch die größere Aqua Spirit von NEL an.
Wie ich schon erwähnte macht der Hafenort Riva einen sehr trostlosen Eindruck. Bei meiner Ankunft dachte ich es ist wie mit Bielefeld, diese Stadt gibt es, aber muss sie es geben. Nur wenige Häuser sind bewohnt, das meiste sind Bootsschuppen. Die eine Taverne ist schon seit Jahren geschlossen, und die neuere Taverne Agistri, die im April aber noch geschlossen hatte. Man denkt man ist irgendwo in Osteuropa am Arsch der Welt.

Der zweite Hafenort ist Korfos, und ist ein Spiegelbild von Oia und Fira. Unten die Bucht mit Anleger, ein paar Häusern, Bootsschuppen und Tavernen und einem Treppenweg der ins Oberdorf führt. Trotzdem kommen täglich auch schon im April die Touristen, darunter viele aus den Asiatischen Ländern mit Ausflugsbooten von Santorini zur Mittagszeit in Korfos an. Ist wohl doch zu langweilig auf Dauer auf Santorini und man ist über jede Abwechslung dankbar.

Korfos mit seinen 8 Tavernen ist wohl die Haupteinahmequelle der Thirasioten. 5 Tavernen hatten schon auf. Nach und nach trudeln die Ausflugsboote ein und spucken die Tagestouristen aus. Ruckzuck ist eine dreistellige Zahl an Menschen in Korfos und es wird laut und hektisch. Das große Restaurant Captain John ist wohl der Platzhirsch unten den Tavernen. Hier war es proppenvoll und aßen die meisten. Es gab eine lange Schlange zum Bestellen und bezahlen. Hat mich an die langen Schlangen in der Mensa in Hamburg erinnert. Das Essen sah überall total lecker aus, meistens Oktopus–und Fleischspieße. Zu den Preisen kann ich aber nichts sagen.

Total schwachsinnig war der Souvenirshop zwischen den ganzen Tavernen. Als ob es auf Santorini keine Souvenirshops gibt. Es gab auch nur Postkarten von Santorini, keine einzige von Thirasia, total absurd.
Es wurde Zeit Korfos zu verlassen und den schweißtreibenden schön gepflasterten Steinweg nach Manolas anzutreten. Man kann auch für 5€ mit einem Muli den anstrengenden Höhenunterschied zurücklegen. Auf den letzten Treppenstufen thront wie auf einem Adlerhorst mit dem passenden Name Panorama eine Taverne. Eine Handvoll der Tagestouristen hat es bis zur Taverne Panorama geschafft.

Manolas der Hauptort der Insel hat im Winter um die 200 Einwohner, im Sommer 400-500. Dann kommen die Schüler aus Piräus wieder nach Hause. Mir gefiel der Ort sehr, viele alte bewohnte und unbewohnte/zerfallene Häuser. Fast alle Gebäude ob Wohnhaus, Stall, Kirche mit einem Tonnengewölbe. Selbst oft die kleinsten Gebäude auf den Feldern, meistens Weinanbau hatte ein Tonnengewölbe. Es geht total beschaulich in den Gassen von Manolas zu. Wo die 200 Einwohner gewesen sein sollen, ist mir schleierhaft. Entweder ist mir niemand im Ort über den Weg gelaufen oder ein paar schwarz gekleidete alte Witwen. Aber der Ort hat was, kein Trubel, keine Hektik, und schön ist er auch.
Außer dem schon erwähnten Restaurant Panorama gibt es noch die Taverne Diferent. Auch die hatte abends geöffnet, und hatte die Funktion eines Kafenion. Hier saßen die Einheimischen, auch den Mulitreiber traf ich hier wieder. Die Jugend schaut sich das Spiel Real gegen Atletico an. Es gibt einen Bäcker, der aber nur Brot hat, einen Mini Markt, einen Obst/Gemüse-Laden und einen Bankautomaten.

Der Ort Potamos liegt ein wenig unterhalb von Manolas. Hat alleine 4 Kirchen, wahrscheinlich hat jede Familie ihre eigene Kirche. Und es gibt einen Mini Markt. Der Ort ist aber eher uninteressant.

Land und Leute

Haupterwerbszweige sind der Wein-und Gemüseanbau und das Geschäft mit den Tagestouristen.
Was auch sehr angenehm ist, es gibt keine Polizei auf der Insel. Das sehen wohl auch die Thirasioten so, 99% der Autos auf der Insel fahren ohne Nummernschilder. Schön wenn eine Gesellschaft ohne die Ordnungsmacht auskommt.

Es gibt nicht wirklich Strände auf der Insel. Östlich von Riva ist ein längerer Sandstrand. An der Westküste gibt es ein paar Zugänge zum Meer. Dort liegen aber Medizinball große Steine und angeschwemmter Müll. Zum Baden fährt man nicht nach Thirasia.
Dafür entschädigt ein die unberührte Natur, es herrscht eine wunderbare Ruhe. Nichts unnatürliche stört das Auge, nur kleine weiße Kirchen sieht man überall. Man kann wunderbar kreuz und quer durch die schöne baumlose Landschaft laufen. Es gibt keine Zäune und Mauern die stören. Nur die wenigen Weinfelder sind eingezäunt, wegen den Kaninchen. Außer zwei Hirten die schon wie ihre Vorfahren mit ihren Tieren durch die Landschaft zogen, hatte ich die schöne Natur für mich. Schöne Ziele sind das Kloster Kimisi Theotokou in 200 m Höhe an der Südostspitze, die Kirche Agios Charalambos und das verlassene Dorf Kera.

Ich habe mich sehr wohlgefühlt im leicht bergigen südlichen Teil der Insel. Thirasia eignet sich ideal für den Anfang der Reise um ein wenig runter zu kommen. Die Insel ist schon irgendwie außergewöhnlich.

de.wikipedia.org/wiki/Thirasia

Thriasia bei Griechenland erleben: griechenlanderleben.wordpress.com/reiset ipps/lieblingsinseln-kurz-vorgestellt/th irasia/

gruß, kv (geschrieben im Mai 2015)

Geschrieben 07.05.2015, Geändert 07.05.2015, 2194 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von kokkinos vrachos vom 29.10.2018 11:38:54

3.500 Jahre altes Olivenholz auf Thirassia entdeckt: www.griechenland.net/nachrichten/kultur/ 24702-3-500-jahre-altes-olivenholz-auf-s antorin-nebeninsel-entdeckt

Ta Leme, kv


Kommentar von kokkinos vrachos vom 29.10.2018 11:37:04

Moin und Kalimera, bei diablog gibt es einen tollen Artikel über Thirassia.

Thirassia – Stein von ihrem Stein

Thirassia, die kleine Schwester der Insel Santorin, wurde im deutschsprachigen Raum als Drehort des Films „Kleine Verbrechen“ von Christos Georgiou aus dem Jahr 2008 bekannt. Burkhard Meise begibt sich auf eine ganz persönliche Entdeckungsreise.

diablog.eu/allgemein/thirassia-stein-von -ihrem-stein-griechenland-insel/

vg, kv


Kommentar von Melanie79 vom 15.05.2015 18:08:21

Hallo kv,

Thirassia hatten wir ja auch als Zwischenstopp überlegt als Anafi noch in Planung war. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Und jetzt habe ich schon mal einen spannenden Einblick bekommen :-)

Liebe Grüße
Melanie


Kommentar von drossiani vom 08.05.2015 14:11:49

Hallo kv,

dann freu ich mich sehr über deine weiteren Berichte :-)) Aufgrund spontan schönem Wetter bei uns im Pott allerdings verschoben auf den Abend.
Was du über Thirassia schreibst, entspricht exakt dem, was im Film "kleine Verbrechen" rüberkommt. Außergwöhnlich finde ich auf jeden Fall passend als Adjektiv.

LG drossiani


Kommentar von kokkinos vrachos vom 08.05.2015 13:24:47

jassou Liebe drossiani, freue mich über dein positives Feedback. Wie ich in meinem Artikel schon geschrieben habe, finde ich es gar nicht so einfach einen Artikel über diese doch etwas andere Insel zu schreiben. Auf der einen Seite sehr schöne Landschaft, die das Auge verwöhnt, ein schönen Hauptort, die Ruhe. Auf der anderen Seite eine Art Trostlosigkeit und Melancholie (kommt ja sogar aus dem griechischen). Man sieht kaum Menschen, dafür umso mehr stillgelegte Autos die überall herum stehen. Thirasia ist ja auch nicht besonders groß, und ich war nur wenige Tage auf der Insel.

Ich habe eben einen Artikel über Anafi hochgeladen, Artikel werden aber nicht gleich frei geschaltet. Über Sikinos kommt auch einer. Aber erwarte nicht zu viel.

Auf meiner Fahrt von Sikinos, wo es mir noch besser als auf Anafi gefallen hat, mußte ich auf dem Weg zu meiner 2. Liebe auf deiner Lieblingsinsel übernachten. Jetzt war ich auch mal da, wenn auch nur für ein paar Stunden.

LG aus Donousa, kv (hatten gestern um die 30C, in der Nacht 22C, heute zum Glück wieder erträgliche 23C)


Kommentar von drossiani vom 08.05.2015 12:54:40

Hallo kv,

vielen Dank für deinen tollen Bericht, habe ihn verschlungen!! Nur leider - viiieeel zu kurz.
Wird's noch weitere spannende Berichte über deine Frühjahrserlebnisse geben?

Sei gegrüsst aus dem Pott, drossiani