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Kimolos – die beeindruckende Kultur der Terrassenbewirtschaftung (April 2013)

Von kokkinos vrachos

Die Kykladeninsel Kimolos liegt in der südwestlichen Ägäis und wird durch die etwas mehr als einen Kilometer schmale Meerenge von Pollonia von der südwestlichen Nachbarinsel Milos getrennt. Die maximale Länge der nahezu runden Insel beträgt von Südwest nach Nordost 8,5 km, die maximale Breite von Nordwest nach Südost fast 7 km. Die Küstenlinie beträgt 38 km. Die Fläche beträgt 37,426 km². Die höchste Erhebung der Insel bildet der 365m (kimolos.gr) hohe Paleokastro, 397 m (wikipedia). Von den 600 Einwohnern leben die meisten im Hauptort Chorio/Horio. Die Einwohner der sehr wasserarmen Insel leben immer noch von der Viehzucht und der Landwirtschaft, und ein wenig vom Fischfang. Tourismus spielt noch keine große Rolle.
Es gibt einen Kindergarten, Grundschule und eine Oberschule.
Kimolos hat zwei Museen, das Archäologischen Museum und im Kastro das Museum für Volkskunde.

„Und Kimolos ist noch recht urtümlich – wie vor zwanzig Jahren. Die Häuser sind nicht so herausgeputzt wie auf den übrigen Kykladen, ein morbider Charme umgibt die Insel, der Fisch- und Gemüsehändler kommt mit dem Lieferwagen vorbei, Fahrräder gibt es auf der ganzen Insel nicht, Helmpflicht ist bis zu den  Motorradfahrern noch nicht vorgedrungen, Internet Fehlanzeige.“(Kykladenfieber.de)

Fahrräder gibt es inzwischen, ich würde sogar sagen, daß es auf Kimolos zu geht wie zur Zeit, als es noch keine motorisierten Fahrzeuge gab. Obwohl die Überfahrt von Pollonia/Milos mit der Pantofla (Pantoffel) wie das Schiff bei den Einheimischen heißt, nach Psathi/Kimolos nur 25-30 Minuten dauert, begibt man sich auf eine Zeitreise.

Bei den wenigen Schritten vom Hafen in den Hauptort Chorio merkt man sofort die Freundlichkeit der Kimoloten, jeder Moped- und Autofahrer grüßt einen, beim Trampen hält jedes Auto an. Sie freuen sich über jeden, der ihre Insel besucht.

Beim Blick von der Kirche Mesa Prophitis Ilias erinnert mich die Landschaft an das Baskenland, eine sanft hügelige grüne Landschaft am Meer. Im Norden ist die Insel bergiger und rauer. Nur die Jahrhunderte alten Terrassen, die auf Kimolos überall angelegt sind, unterscheiden sich vom Baskenland. Man kann sich gut vorstellen, wie schwer das Leben bzw. Überleben der Kimoloten gewesen ist, auch heute noch.

Auf Grund der geografischen Beschaffenheit der Insel liegen die bewirtschafteten Terrassen sehr weit weg von Chorio und sind mühsam zu erreichen. Wird auf anderen griechischen Inseln mit dem neusten Pickup zum Feld gefahren, muss man auf Kimolos wie schon vor hunderten Jahren mit dem Muli auf alten Eselpfaden (Kalderimi) den beschwerlichen Weg zu den Terrassen zurück legen. Inzwischen gibt es auch ein paar Kilometer befahrbare Sandpisten, die zu den Feldern und Sommerhäuschen führen; zu den bewirtschafteten Terrassen führt aber kein Weg am Muli vorbei. Begleitet sonst bei Wanderungen auf griechischen Inseln oft das Gebimmel von Glocken der Ziegen, sieht man auf Kimolos überall Mulis und Pferde. Ohne den Muli geht auf Kimolos nichts.

Kimolos lässt sich zu Fuß wunderbar auf den alten Eselpfaden erkunden, die die gesamte Insel durchziehen. Einige sind in der Terrain-Karte eingezeichnet, die meisten aber nicht. Die Wanderungen sind auch nicht zu anstrengend, da fast immer ein leichter Wind weht.

Wunderschön ist auch das mittelalterliche Kastro aus dem 14. oder 16. Jahrhundert, und der alte Ortskern Xaplovouni oben bei den Mühlen, in Chorio.

Nicht einmal wenn die großen Autofähren in Psathi ankommen, kommt Hektik auf. Schon nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei, und Kimolos versinkt wieder in seinen Dornröschenschlaf.

Wer eine ursprüngliche griechische Insel sucht, ist auf Kimolos genau richtig.

Ich habe Kimolos ins Herz geschlossen.

Anreise:
Außer von Piräus lässt sich Kimolos von folgenden Insel besuchen: Sifnos, Milos und Folegandros.

Am schnellsten geht die Anreise von Athen mit dem Flugzeug in 30 Minuten von Athen nah Milos (www.olympicair.com/). Dann von Pollonia/Milos in 25 Minuten mit der Panagia Faneromeni (Heilige Faneromeni) nach Psathi/Kimolos (2€). kimolos-link.gr/en/

Kimolos:
www.kimolos.gr/
www.kimolos.gr/images/monopatia_book.pdf
de.wikipedia.org/wiki/Kimolos

Ein paar weitere lesenswerte Kimlos-Reiseberichte:

Kimolo mou - Paradeiso mou
www.kykladenfieber.de/Inselberichte/Kimo los-Paradeiso-mou

Kimolos 2009
www.schalimara.de/griechenland/kimolos/

Kimolos
Das Stiefkind unter den Kykladen - für mehr als Tagesausflüge sieht es irgendwie kein Reiseführer vor. Dabei bietet Kimolos genug um länger zu bleiben.
www.nissomanie.de/kykladen/kimolos/

Geschrieben 02.05.2013, Geändert 02.05.2013, 2646 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von kokkinos vrachos vom 22.06.2015 21:37:56

Moin, hier werden 11 Wanderungen auf der Insel auf englisch beschrieben:

Walking, hiking and trekking on KIMOLOS
www.cycladen.be/KimolosEng.htm

vg, kv


Kommentar von kokkinos vrachos vom 14.10.2013 10:28:36

jassou gwg49, ich habe einen Monat in Polonia/Milos gewohnt und gearbeitet. Bin immer mit der ersten Fähre hin und mit der letzten zurück. Ein mal hat mich ein Fischer auf Kimolos abgesetzt.

Hier ist eine Übersicht der Unterkünfte: www.kimolos.gr/index.php?option=com_cont ent&view=article&id=106&Itemid=122&lang= en

Falls ich die letzte Fähre verpassen sollte, habe ich mir die Bochoris rooms ausgesucht, die über ein nettes Kafenion liegen: www.gokimolos.gr/go/bochoris/index-en.ht ml
Liegt sehr zentral in der Chorio (Auf Kimolos heißt es Chorio und nicht wie sonst üblich Chora).

schöne Grüße aus Frangokastello/Kreta, kv


Kommentar von gwg49 vom 13.10.2013 12:01:56

Hallo KV,
wo hast Du denn in Kimolos gewohnt?
Ich suche noch eine Unterkunft für Juni 2014.


Kommentar von Katerina vom 16.05.2013 22:27:10

Signomi, aber Amorgos und Kimolos sind zwei völlig unterschiedliche Inseln, die sehr wenig miteinander gemeinsam haben.
Außer dass beide sehr besonders sind, und mehrere Besuche wert sind.
Und nahe beieinander liegen sie wohl auch nur von den Sporaden aus... ;-)


Kommentar von kokkinos vrachos vom 16.05.2013 19:39:04

jassou tholaria, habe bis jetzt auch nur gutes ueber die (Wanderinsel) Amorgos gehoert und gelesen. Ich denke die Inseln sind sich aehnlich. Solche Inseln wie Kimolos wird es wohl nicht mehr viele in GR geben. Ich bin ueberzeugt das dir Kimolos gefallen wird. Ist ja auch gar nicht so weit von Armorgos entfernt.

Schoene Gruesse von den Sporaden, wo ich gerade bin, kv.