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Gesundheit tanken in Therma auf Ikaria

Von Moppel

Die Griechen kennen es, auch diejenigen, die in USA, Kanada oder Australien leben, das Termalbad Therma auf der Insel Ikaria. Vor fast 20 Jahren habe ich es eher zufällig entdeckt, als ich einen Prospekt in einem griechischen Lokal in Deutschland in die Hand bekam.

Ikaria - die Insel, vor der Ikaros in die Ägais stürzte, weil er der Sonne zu nahe kam und das Wachs seiner Flügel schmolz - Ikaria ist die schöne Unbekannte der Ägais. Für die Griechen ist sie die "rote Insel", weil dort nach dem Bürgerkrieg 15 000 Kommunisten interniert waren - bei 6500 Einwohnern!

So kamen Lehrer, Ärzte, Ingenieure auf die Insel, die segensreich wirkten, aber auch nach ihrer Abreise blieb die Bevölkerung der kommunistischen Partei treu. Deshalb tat die Regierung jahrelang nichts für Ikaria. Erst in den letzten 15 Jahren wurden der Hafen Aghios Kirikos ausgebaut, vor 4 Jahren der Flugplatz gebaut, der nun viermal die Woche von Athen aus angeflogen wird.

Von Aghios Kirikos aus, das keinen Badestrand hat, auch nicht sonderlich interessant ist, fährt man mit Bus, Taxi oder Kaiki in 15 Minuten nach Therma. Im Winter wohnen dort 12 Familien, im Sommer gibt es einige Tausend Badegäste. Für mich ist der Juni der schönste Monat. Im Mai sind die Menschen dabei, alles zu streichen - der Malerpinsel ist das liebste Handwerkzeug - die Restaurants erwachen ganz langsam aus dem Winterschlaf, aber etwa ab Mitte Juni kommt das Leben in Gang.

Im Hotel George, wo ich wohne, kann man wunderbar schlafen. Frühstück gibt es dort nicht - Griechen frühstücken nicht wie wir - aber in jedem Zimmer ist ein Kühlschrank, ein Gaskocher kann benutzt werden, so macht man sein nordeuropäisches Frühstück eben selbst.

Um 7 Uhr stehe ich auf und gehe im Schlafanzug mit Bademantel - wie die Griechen - um die Ecke ins Bad. Vor meinen Augen - darauf legt sie wert - reinigt die Badedame die Badekabine gründlich, läßt Wasser ein. Zwanzig Minuten soll man im Wasser bleiben, sich dabei bewegen, und, so man kann, singen. Die Griechen tun das. Dann verhüllt man sein Haupt mit einem Handtuch und strebt eilig ins Quartier, um 30 Minuten zu liegen.

Auf den Weg ins Hotel kaufe ich frisches, noch warmes Brot beim Bäcker neben dem Bad. Vor 8 Uhr ist Frühstück angesagt, mit Nescafe, Brot, Butter, Honig, Marmelade und frischem Obst - köstlich. Man sitzt auf der Dachterrasse, wo auch die Wäsche trocknet, schaut auf das Meer und hinüber auf die Fourni-Inseln, die jeden Tag eine andere Farbe haben. Erst am Nachmittag soll man dann im Meer schwimmen, weil immer einige Stunden zwischen Thermalbad und Meerbad liegen sollen.

Zum Mittagessen stehen einige Restaurants zur Auswahl. Am schönsten ist es an der Hafenbucht, mit Blick aufs Meer und hinüber nach Samos. Es sind immer herrliche Tage, die wie ein Urlaub sind, aber gleichzeitig der Gesundheit dienen. Alle paar Tage fährt man mit dem Kaiki nach Aghios Kirikos, um sich die neuesten Ereignisse in der "Athen News" oder der "Bildzeitung" zu holen.

Weitere Auskünfte

Wer Probleme mit seinem Rücken oder mit Rheuma hat - ich kann Ikaria nur empfehlen, gebe auch gern weitere Auskünfte.
Wolfgang Findeisen, wefindeis@bigfoot.de

Geschrieben 15.10.2000, Geändert 15.10.2000, 2384 x gelesen.

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