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Landweg via Kroatien-Montenegro-Albanien-Lefkada Reisebericht 25.10.2012-03.11.2012

Von weberakis

Ich will einmal meine Erlebnisse schildern und vorweg nehmen, dass dies zwar eine sehr empfehlenswerte Reiseroute ist, allerdings als Transitroute im Vgl. zum Autoput untauglich ist.

Die ersten beiden Nächte verbrachte ich in Dubrovnik.

Anreise nach Dubrovnik verlief über die Strecke Wien-Graz-Zagreb-Split –Ploce-Dubrovnik.
Diese Teilstrecke sind ca. 950 km, wovon 820km Autobahn sind.
Die kroatische A1 geht z.Zt bis Vrgorac, ca.125km nördlich von Dubrovnik.
Allerdings benötigt man für diese knapp 2 Stunden, da die Küstenstrasse sich in die Länge zieht, v.a. aber die Strecke Vrgorac- Ploce relativ mühsam ist.

Grundsätzlich empfiehlt es sich die 10km Bosniens (in Neum)zum Auftanken zu nutzen, aber ich wurde mit Euros richtig schön beschissen und zahlte am Ende wesentlich mehr als in Kroatien.
Daher entweder Kreditkarte oder Konvertible Mark (BAM) oder gleich in Kroatien tanken.
Insgesamt benötigte ich für die 950km nach Dubrovnik exakt 9,5 Stunden, die Mautkosten betrugen exklusive slowenischer Vignette knapp 36€.

Ich denke über die Schönheit Dubrovniks muss man keine Worte verlieren, die ist unbestritten.
Allerdings benötigt man einen relativ dicken Geldbeutel bzw. wenn man sparsamer unterwegs sein möchte, sollte man das Stadtzentrum zur Nahrungsaufnahme meiden.
Die Preise waren durch die Bank 30% über dem sonstigen kroatischen Preisniveau, den Eintritt von 10€ für die Stadtmauer fand ich relativ heftig, dafür kann man sich auf diese Weise etwas von der überlaufenen Altstadt freikaufen.
Die zwei Nächte verbrachte ich im Rixos Libertas Dubrovnik, was aufgrund der erhaltenen Rabatte ok war, allerdings zum Normalpreis überteuert ist.

Die nächsten zwei Tage verbrachte ich nach einem kurzen Stopp in Cavtat in Montenegro.
Leider hatte ich dort ein sehr bescheidenes Wetter, was die Qualität des Aufenthaltes sehr beeinträchtigt hat.

Zunächst besichtigte ich Herceg Novi und Perast in der Bucht von Kotor.
Beide Nächte verbrachte ich in Becici bei Budva im Sentido Tara Hotel.

Absolute Hightlights in Montenegro waren Kotor und die Altstadt von Budva , Sveti Stefan fand ich etwas enttäuschend, da das Fotomotiv so ziemlich das Beste an dem Ganzen ist.
Die Halbinsel ist gesperrt, der Strand so lala …

Positiv aufgefallen ist mir in ganz Montenegro die gute Organisation an Parkplätzen, allerdings dürfte es dennoch im Sommer sehr eng werden.
Montenegros Küste wird leider durch etliche Bausünden verschandelt, v.a. zwischen Budva und Sveti Stefan fällt dies besonders auf.

Die montenegrinische Küche hat es mir besonders angetan, da es eine Mischung aus serbischen und mediterranen Spezialitäten ist.
Das Preisniveau war absolut ok, auf jeden Fall um ca. 20% günstiger als in Griechenland.
Besonders empfehlenswert sind die Käse und Schinkenspezialitäten aus Njegusi ,der dortige Prsut hat seine ganz eigene Note.

Wer es eilig hat, ist in Montenegro an der falschen Adresse, der Verkehr verläuft sehr schleppend und wenn man straffrei durchkommen möchte pendelt sich die Reisegeschwindigkeit bei durchschnittlich 60km/h ein, zumindest entlang der Küste…
Also für ein Durchfahren entlang der Küste sollte man schon 4 Stunden einplanen von der kroatischen bis zur albanischen Grenze.

Am fünften Reisetag gings weiter nach Albanien, wobei ich via Bar und Ulcinj nach Shkoder fuhr.

Ulcinj hat mit dem restlichen Montenegro wenig zu tun, Moscheen prägen das Ortsbild und vom neureichen Auftreten des restlichen Küstenstreifens ist nichts zu merken.
Da auch einige Romas bettelnd aktiv waren, ersparte ich mir einen Stopp, da ich sowieso unter Zeitdruck stand, weil ich am Abend in Vlore sein musste, was knappe 400km von Budva sind.
Die Grenzabfertigung nach Albanien verlief reibungslos, wobei die Montenegriner mir etwas strenger vorkamen.

Bevor ich nach Shkoder rein fuhr, bog ich noch für eine Stunde am Skutarisee ab, wobei ich in einer Fischtaverne in Shiroke (Albanien) einkehrte.
Das Essen war perfekt und günstig, für 11,50€gabs eine Fischsuppe und eine Goldbrasse inkl. 3 Colas und einen Espresso.

Shkoder war danach ein sehr tolles Erlebnis, die Moschee am Anfang der neuen Fußgängerzone prägt das Altstadtbild.
Der sehenswerte Teil ist zwar klein, aber sehr fein und v.a. er hat Atmosphäre.
Dieser Teil Albaniens ist moslemisch geprägt und daher sollte man sich auch dementsprechend verhalten...
In Shkoder sollte man auf jeden Fall am Ortseingang auf die Festung Rozafa fahren, weil von dort ein toller Blick über die Stadt und dem Shkoder-See dargeboten wird.

Von Shkoder ging es weiter nach Durres , wobei mich die Straßenqualität bei dieser Sektion überrascht hat.
Leider verkofferte ich mich etwas trotz eines netten Hinweises von Koryphi und verpasste die Abzweigung nach Durres, da die offizielle Beschilderung falsch war und einem in Richtung Tirana schickt.
Am Stadtrand von Tirana gelangt man dann mit 30km Umweg auf die Autobahn nach Durres.
Tirana-Durres ist im Prinzip ein zusammenwachsender Ballungsraum, ich denke, in 20,30 Jahren wird man nichts mehr merken, dass das 2 Städte sind.

Durres , die größte Hafenstadt des Landes hinterließ einen lebendigen, aufstrebenden Eindruck, aber die Highlights sind relativ rasch abgeklappert.

Die Fahrt von Durres zu meinem nächsten Etappenziel Vlore war eine gewaltige Herausforderung, da einerseits das Wetter bzw. ein Unwetter beinhart zuschlug, andererseits die Beschilderung aus Durres raus eine Katastrophe war.
Die Strasse Durres-Vlore wird zwar ausgebaut in eine autobahnähnliche Schnellstrasse, aber es happert noch an etlichen Stellen.
Beispielsweise endet urplötzlich die 1. Autobahnspur ohne jegliche Ankündigung, weil ein unbeschrankter Bahnübergang die Strasse quert.
Das mag untertags kein Problem sein, aber bei Starkregen und Dunkelheit ist es ein gewaltiges Problem.
Im Raum Fier spitzte sich das Unwetter gigantisch zu und schließlich musste ich aufgrund Hagels am Rande stehenbleiben für 10 Minuten.
Die resltichen 40km verliefen dann problemlos, da südlich von Fier bis zur Stadtgrenze von Vlore die Autobahn fertiggestellt ist.

Vlore ist eine nette Hafenstadt, ich verbrachte die Nacht am Stadtrand am Strandhotel New York.
Das Zimmer war ok, das Frühstück hingegen grottenschlecht.
Am nächsten Tag klarte es Gott sei Dank auf und die Fahrt über den Llogara-Pass nach Sarande (125km) war ein Traum.
Vor dem Anstieg hielt ich noch kurz in Orikum, was als albanischer Yacht-Hotspot gepusht werden soll—ich fands nicht sehr prickelnd, da die Bauwut dort richtig eingesetzt hat, wahrscheinlich aufgrund der Nähe zu Vlore.

Die Passstrasse auf den Llogara ist gut ausgebaut, auf jeden Fall angenehmer zu fahren als der alte Katara-Pass.
Auf der Passhöhe ist die Aussicht ein Traum und kann es jederzeit mit Aussichten a la Kefalonia aufnehmen.
Man sieht Corfu vor sich liegen, die herrlichen Strände der albanischen Riviera wie Dhermi, Himare.

Sobald man den Pass hinter sich hat, gewinnt man immer mehr den Eindruck, bereits in Griechenland zu sein.
Die Kirchen sind orthodox, das Ortsbild wirkt bei den älteren Dörfern auch griechisch, selbst die Schmierereien an den Strassenwänden sind in griechischer Sprache, man merkt, dass man im Nordepirus ist.
4 von 10 Autos haben griechische Kennzeichen, ob es Rückkehrer sind oder Grundstücksspekulanten mit Schwarzgeldern , kann ich nicht beurteilen.

Für die 125km Vlore-Sarande benötigt man auf jeden Fall ohne Zwischenstops rund 2 Stunden.
Nach einem feinen verspäteten Mittagessen in Sarande, gings weiter nach Mavromatio zum griechischen Zoll.
Dort wurde ich auf albanischer Seite sehr korrekt behandelt und auf griechischer Seite von einer hübschen Zöllnerin freundlichst empfangen, die es etwas seltsam fand, über Albanien anzureisen.

Die Beschilderung von Igoumenitsa zur Grenze bzw. umgekehrt finde ich nicht sehr zeitgemäß, es fehlt jeglicher Hinweis, dass man hier nach Albanien kommt, die albanische Seite steht jedoch um Nichts nach.
Sarand-Lefkada dauerte ca. 2:30.

Abschließend möchte ich die Kosten und Fahrtdauern nochmals zusammenfassen.

Wien-Dubrovnik: 950km…9,5 Stunden
Dubrovnik-Budva inkl. Bucht von Kotor ausfahren: ca. 180km…..ca. 3Stunden.
Budva-Vlore via Bar- Ulcinj-Shkoder-Durres-Fier: ca.420km …ca.6-7Stunden
Vlore-Saranda-Igoumenitsa-Lefkada: ca. 310km… ca4,5-5Stunden

Das bedeutet , dass man in einem Rutsch ca. 23-24 Stunden einkalkulieren muss.
Via Autoput habe ich mich bei 15,5-17 Stunden eingependelt.

Mautkosten gibt es derzeit nur in Kroatien und Slowenien mit insgesamt ca. 51€ + 3€ Tunnel Preveza.
Auch diese sind unterm Strich geringfügig höher als die Ungarnroute Autoput.

Aber die Schönheit der einzelnen Landschaften, v.a. die albanische Riviera, aber auch Süddalmatien und Teile Montenegros sind mehr als eine Reise wert.

Geschrieben 12.11.2012, Geändert 13.11.2012, 34547 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von weberakis vom 09.01.2013 00:16:56

Hallo!
Ich pasierte den GÜ Konispol (QUAFE BOTE) /Mavromatio .
Ich weiss nicht wie lange dieser schon befahrbar ist, aber mittlerweile ist die Strasse nach Sarande komplett asphaltiert und auf albanischer Seite besser zu befahren als auf griechischer...
Die Beschilderung läßt auf beiden Seiten zu wünchen übrige--auf beide Seiten gibt es keine Tafeln mit Ländersymbolen wie "GR" oder "AL"...ich finde das ist eine peinliche balkanische Unart, die der Vergangenheit angehören sollte, aber bitte, Hauptsache sie sind oder wollen ins vereinte Europa....
Übrigens, am 2.1. 2013 war ich schon wieder drüben in Sarande und Ksamil für einen Tag, irgendwie taugt es mir dort.

Lg


Kommentar von limni vom 14.11.2012 07:06:43

Sehr informativ und interessant. Schön.