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Es ist traurig

Geschrieben am 27.10.2018 09:40:20

Von
Oktapus
Oktapus

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6 Antworten

Da war ich endlich mal wieder auf Kreta und freute mich auf erfolgreiche Unterwassertouren und einsame Strände. Beides gibt es so gut wie nicht mehr auf dieser Insel. Traurige Wahrheit ist, dass alle einst schönen Strände mit Sonnenliegen und –schirmen zugebaut wurden, die Umgebung verdreckt und verkommt. Kraken fangen? Vielleicht in der Tiefsee, die vielen Buchten die ich durchschwommen und abgetaucht habe, waren leer. Bis auf ein Baby (in einem kaputten Schneckengehäuse) war da nichts mehr, selbiges habe ich natürlich nur betrachtet und ein wenig geärgert zwecks Farbenspiel. Keine Muscheln, keine Einsiedlerkrebse und somit auch keine Kraken mehr, ist klar. Dafür deutliche Spuren von Schleppnetzen, die gnadenlos über den Grund gezogen und sogar ganze Seegraswiesen dadurch zerstört wurden. Über hunderte Meter lang.
In Elounda, genauer gesagt am Kolokytha Strand, legen teils schon um 10.20 Uhr die Ausflugsboote aus Agios Nikolaos an und bringen Touris aus aller Herren Länder. Meistens jedoch Italiener und Franzosen. Es kommen bis zu 5 Boote (also bis zu 500 Menschen) an den langen sowie an den kleinen Strand ; dieser ist wahrscheinlich, nach meinen Beobachtungen seit 2001, innerhalb der nächsten 2 Jahre verschwunden. In Deutschland wird über Dieselfahrverbote diskutiert und die verdammten Boote lassen über viele Stunden ihre dreckigen Schiffsdiesel laufen und verpesten die Umwelt samt Wasser. Einfach nur zum ko..n!
Der Meeresspiegel ist erheblich gestiegen in den letzten Jahren und somit verschwindet Land. Die Boote haben die gesamte Bucht mit ihren Ankern vernichtet, da gibt es kein Leben mehr. Bis vor ein paar Jahren war zumindest noch Seegras und Einsiedlerkrebse sowie ein paar Muscheln vorhanden. Jetzt nur Müll und verlorengegangene Kleidungsstücke, jedoch nicht wertvoll. Wer von den Touris kommt schon runter auf 17-18m ?? J Schwimmt man aus dieser Bucht raus zum nächsten Strand rechts um die Ecke, entdeckt man ein paar Fische, jedoch der Fischreichtum wie früher ist vorbei. Der Meeresboden ist trist und grau, abgerissene Langleinen und Angelschnüre, Bierdosen und Flaschen….. sonst nichts!
Ebenso sieht es ganz im Osten der Insel aus, bei Xerokampos. Dort war ich etwas über 2 Stunden im Wasser und habe die Abschnitte abgetaucht. Auch dort nur vereinzelt ein paar Fische, keine Kraken, aber dafür ein Rotfeuerfisch (stammt aus dem roten Meer und hat dort absolut nichts zu suchen, ist dafür eine Gefahr für die noch vorhandenen einheimischen Fischarten), eine Muräne und sonst nur tristes grau. Ganz ehrlich, aber das treibt mir die Tränen in die Augen! Die Aegäis, wie ich sie 1987 kennen und lieben gelernt habe mit ihrem Fischreichtum, den bunten Farben, der Artenvielfalt….. die gibt es nicht mehr. Zerstört durch Menschenhand, Geld- und Profitgier, Umweltgifte usw.
Die Insel selbst? Es gibt noch schöne Ecken, aber man muss sie sich suchen. Die lange Tour von Elounda nach Xerokampos durch die Berge (über Sitia) war zwar anstrengend, aber wunderschön. Durch ursprüngliche Dörfer, wo man angeschaut wird als wäre man ein Geist J Anhalten, Kafenion besuchen, Kleinigkeit essen und trinken, alles aus der Umgebung in sich aufsaugen. Geräusche, Gespräche, ein paar nette Worte auf griechisch wechseln. Die Ursprünglichkeit des Dorfes, als wäre die Zeit stehen geblieben. So mögen wir es und die Dorfbewohner bestimmt auch J Nicht wie an der gesamten Küste, ein Hotel nach dem anderen, teilweise Bauruinen, aber fette Autos fahren. Zurück über Ierapetra und in Makri Gialos in einer Taverne (Petra Bay) Halt gemacht, die wir seit 2008 kennen. Und egtl. jedes mal dort vorbeischauen, wenn wir auf der Insel sind, egal wo. Das tuen wir uns immer an, denn Alexandra und Adonis sind sehr nett und das Essen ist dort der Hammer. Und sie freuen sich über Besuch. Tourlänge: 280 Km, Gesamtfahrzeit 5 Std. 15 Minuten. Aber was ist schon Zeit? Immer schön siga siga.
In Elounda (rechts der Mirabellobucht, quasi Ortseingang, Richtung Tauchschule) habe ich dann doch ein paar Muscheln gefunden, die stacheligen. Eine lag schon tot und abgebrochen auf dem Grund, ich habe sie für meine umfangreiche Gedenksammlung mitgenommen. Die anderen fünf blieben selbstverständlich stehen!

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Thema Autor Datum
Es ist traurig Oktapus 27.10.2018 09:40
Re: Es ist traurig Kalle18 27.10.2018 10:45
Re: Es ist traurig gwg49 27.10.2018 11:33
Re: Es ist traurig petraki 27.10.2018 11:50
Re: Es ist traurig @petraki mesedes 27.10.2018 12:05
Re: Es ist traurig gwg49 27.10.2018 12:54
Re: Es ist traurig Oktapus 27.10.2018 15:43

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