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Die Zeiten ändern sich

Von blankos


Inzwischen sind einige Jahre ins Land gegangen seit meinen ersten beiden Berichten, es ist an der Zeit ein Update zu verfassen.
Mittlerweile sind wir leider mehr oder weniger gezwungen die Sommerferien für unsere Aufenthalte auf Donoussa zu nutzen.

Erfreulicherweise verfügen wir über 2 Wochen Pfingstferien, auch die wären, zumindest was die Jahreszeit angeht perfekt, aber 2 Wochen sind uns schlicht und einfach zu kurz für einen Besuch auf Donoussa.

Die ersten Stippvisiten vor vielen vielen Jahren dauerten nicht länger als 5 – 7 Tage, mittlerweile genießen wir jede Sekunde unserer, uns zur Verfügung stehenden 3 Wochen, so dass wir auch die Reiseroute geändert haben.
Keinen Umweg mehr über Santorini oder Naxos, sondern Dank der Direktverbindung von Piräus direkt nach Donoussa und auf gleichem Wege zurück.

Dies ist zugegebenermaßen eine lang andauernde Reise, aber man ist in einem Rutsch dort (das ist gerade mit Kindern super) & ich erinnere mich mit Freude daran wie wir (während eines Streiks der Fährangestellten) in der Plaka Athens rein zufällig einen alten Bekannten trafen der ebenfalls auf dem Weg nach Donoussa war.
Da war die Wiedersehensfreude groß.

Nicht zu verachten ist auch die Option einer (freiwilligen) Übernachtung in Athen auf der Hin- oder Rückreise um sich z. B. die Stadt oder Sehenswürdigkeiten anzuschauen.

Von allen Seiten hörten wir dieses Jahr: „Habt Ihr keine Angst, nach Griechenland zu reisen, nach all den Unruhen und Aggressionen gegen die Deutschen“ aufgrund der Sparpolitik?
Nein, dass hatten wir nicht!

Unser Gedanke war eher „gerade jetzt“ weil das Land die Einkünfte der Besucher dringender denn je benötigt.
Und diese Haltung wurde uns auch im Verlauf der Reise bestätigt.

Wo wir hinkamen waren die Menschen freundlich wie wir es von zahlreichen Besuchen der vergangenen Jahre gewohnt waren.
Das die Situation der Bevölkerung mitunter prekär ist, ist unumstritten.
Bezüglich der Sparpolitik gibt es verschiedenste Ansichten und jede zu analysieren werden wäre Seiten füllend.

Aber nun zur Insel Donoussa:
Mitgereiste Freunde von uns waren im September vollends entzückt von der Idylle dieser kleinen Insel.

Wer Donoussa aber im Frühling oder Herbst kennengelernt hat, wird mit Wehmut daran zurück denken, wenn in der Hochsaison die Insel aus allen Nähten platzt, man plötzlich beim Bäcker oder in Restaurants ansteht, irgendwie überall Menschen sind und die Intimität und Vertrautheit so gänzlich verloren zu gehen scheint.

Das soll nicht heißen, dass es nicht dennoch wunderbar ist.
An anderen Plätzen ist vermutlich noch mehr Betrieb.
Aber die Insel ist in der Hauptsaison unumstritten eine andere.
Dennoch hilft alles jammern nicht, so lange die Kinder zu Schule gehen, hat man halt keine andere Wahl.

Wer Donoussa und seine Bewohner wirklich liebt (und das tun wir von Herzen) der darf nicht darüber hinwegsehen, dass in der Hauptsaison die nicht mal ½ Jahr andauert, das Geld verdient werden muss, das für ein ganzes Jahr reichen muss!
Und das ist nicht leicht.

Jeder möchte vom Kuchen, der Tourismus heißt ein Stück abhaben, und die Zimmer jedes einzelnen Vermieters müssen so häufig wie nur irgendwie möglich vermietet sein.
Das führt nicht immer zur gegenseitigen Rücksichtnahme unter den Anbietern.

Abgesehen davon ist es als Besucher nicht fair, sondern eher egoistisch zu meinen man muss sich mit allen Kräften sein kleines privates Paradies erhalten!

Es ist gut wenn die Bewohner Donoussas ausreichend Geld einnehmen können um sorglos zu leben, aber auch an der fortschreitenden Entwicklung teilzuhaben.
(Fast) alle Jugendlichen möchten heutzutage Internet, Handys, moderne Klamotten und eine Aussicht auf eine vernünftige Ausbildung und einen Job.
Da sind die Jugendlichen auf einer kleinen Insel nicht anders als überall anders auf der Erde.

Aber was uns persönlich tatsächlich fehlt sind die Freunde die wir immer zu Zeiten trafen, als wir uns noch nicht nach den Schulferien richten mussten.
Doch auch hier gibt es Mittel und Wege in Kontakt zu bleiben sofern es einem wichtig ist.

Die Hauptsaison hat aber auch ihre Vorteile.
So ist uns dieses Jahr etwas gelungen, das selbst langjährige Besucher der Insel nicht immer geschafft haben.
Wir durften endlich nach zahlreichen Besuchen die Insel einmal komplett auf dem Wasser umrunden; war das ein Erlebnis.

Elias Skopelitis bietet bei sehr ruhiger See, und die hat es nicht sehr oft, das müsst Ihr mir glauben, ganztägige Rundfahrten um die gesamte Insel an.

Besondere schöne Flecken nutzt er für kurze Badestopps.
Das war wirklich ein Erlebnis der besonderen Art, gerade wenn einem die Insel so ans Herz gewachsen ist über viele Jahre.

Immer wieder las man auf der Karte von Grotten die nur auf dem Wasserweg zu erreichen sind.
Diesmal bekamen wir sie endlich zu Gesicht ebenso wie die zahlreichen Facetten die Donoussas Landschaft zu bieten hat.

Das Erlebnis an sich ist Grund genug mitzufahren, aber auch Kapitän Elias, das an- & ablegen, sowie das Zusammenspiel der kleinen Besatzung und der Umgang mit den Fahrgästen ist ein Muss während man sich auf der Insel aufhält.
Einen Airbus A 380 zu landen kann nicht aufregender sein.

Wenn ich die ganze Lebensweise hier als Angestellter in der Mühle eines amerikanischen Unternehmens betrachte, denke ich mir oft „ich möchte in der Arbeit auch mal wieder so herzhaft lachen können, wie Elias es jeden Tag während seiner wunderbaren Fahrten tut“.

Ich bedaure jeden Besuchern der lediglich die ebenfalls reizvollen Badebuchten zu sehen bekommt, Donoussa bietet weit mehr!

Mittlerweile verkehrt auf der Insel sogar ein kleiner Bus, nachdem man mehrere Jahre ausschließlich zu Fuß, mit dem Boot, oder kleinen privaten Taxis voran kam.
Aber wir hatten auch mehrfach das Glück, von Einwohnern der Insel eine Mitfahrt angeboten zu bekommen.

Viele denken sich, „lieber schlecht gefahren, als gelaufen“ und können schwer nachvollziehen, dass es einem Spaß und Entspannung bereitet zu Fuß zu gehen.
Ob es den Bus braucht oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wir liebten auch die „Taxis“, wobei die Busfahrt in der Regel günstiger ist, was Langzeiturlaubern oder Einheimischen gleichermaßen zugute kommt.
Natürlich hat die regelmäßige Busverbindung auch dafür gesorgt, dass die ein oder andere ruhige Badebucht nun mehr frequentiert sind.

Einem jeden Besucher der Insel empfehle ich die zahlreichen Wanderungen auf der Insel.
Wenn man sich einmal aufrafft muss eine Wanderung nicht zwangsläufig auf einen der Berggipfel führen, wobei dies auch unbedingt zu empfehlen ist.
Auch eine Inselumrundung oder eine Wanderung zum westlichen Inselzipfel Aspos Kavos mit seiner Felsenlandschaft und bei rauher See harschen Umgebung, ähnlich einem „Hexenkessel“ in den man sich nicht wünscht hineinzufallen, ist äußerst reizvoll.

Doch auch die Berggipfel Papas und Vardia sind ein lohnendes Ziel.
Man genießt wunderbare Ausblicke, hat seine Ruhe, trifft zahlreiche Ziegen und mitunter auch Einheimische, entdeckt aber vor allen Dingen Plätze die einem als reiner Beachtourist vollends verborgen bleiben.

Wie auch in meinen vorangegangenen Berichten weise ich an dieser Stelle gerne auf stabiles Schuhwerk hin, einen adäquaten Sonnenschutz (Kappe oder Sonnenhut & Sonnencreme), nicht zuletzt eine Kamera und / oder Fernglas, ausreichend Getränke (sehr wichtig) und vielleicht eine kleine Brotzeit (und wer auf Nummer Sicher geht ein Erste Hilfe Set & Handy).

Die Wege sind oft sehr steinig und unwegsam, d.h. umknicken wird man immer wieder und sollte man sich verletzen kann man wenigstens irgendjemanden verständigen (auch in der Hochsaison ist nicht sichergestellt, dass man auf andere Wanderer trifft).

Gerne sind wir auch nach Kalotaritissa, dem nördlichsten Ort gewandert, sind dort in die wunderbar gelegene Taverne Mitsos eingekehrt um etwas zu essen und ein eiskaltes Mythos sowie die Ruhe zu genießen, um schließlich in der nahe gelegenen, über einen Felsenweg zu erreichenden Sandbucht, den Rest des Tages ausklingen zu lassen und zu schnorcheln, oder aber weiter zu wandern.

Von Kalotaritissa lässt es sich herrlich zur Nordspitze laufen, um dem dort einsam stehenden Leuchtturm, welcher mit seinem morbiden Erscheinungsbild ein ausgezeichnetes Fotomotiv bietet, einen Besuch abzustatten.
Auch lassen sich dort Falken bei ihren gewagten Flugmanövern beobachten, sie nisten in den steil abfallenden Felswänden.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die „Wanderung“ zur Kendros- oder richtigerweise bezeichneten Kedrosbucht, mit Ihrer schönen kleinen Strandtaverne.
Nicht minder reizvoll ist der Weg zur Livadibucht, führt er über einen „Eselspfad“ immer ca. 50 – 100 Meter oberhalb des Meeres entlang der Küste und offenbart wunderbare Ausblicke (z.B. nach Amorgos).

Immer wieder gerne hielten wir zudem bei der Taverne Tzi Tzi in Mersini an (mittlerweile fährt der Bus dort hin).

In der Nebensaison, lässt es sich dort wunderbar, stundenlang nach erfolgreicher Wanderung zum Papas und zur Vardia ausharren, um kühle Getränke und leckere Speisen zu sich zu nehmen, die ein oder andere Backgammonpartie zu spielen, oder den grandiosen Ausblick z. B. nach Amorgos in sich aufzunehmen.
Ein wahrhaftig entschleunigender Platz, wo die Stunden so dahinschleichen.

Wer mit Einheimischen in Kontakt tritt, sollte sich unbedingt alle 3 Varianten des in unseren Breitengraden so genannten Backgammons erklären lassen!
In Griechenland spielt man 3 Varianten und 1 Spiel dauert hier eben diese 3 erwähnten verschiedenen Varianten. Ein Muss für jeden Liebhaber dieses Spiels.

Wem nun tatsächlich mal nach Abwechslung dürstet, der kann mittels der kleinen Versorgungsfähre Skopelitis zu den Nachbrinsel Amorgos (sehr eindrucksvolles Kloster) oder z. B. Kofounissi (schöne Badebucht), aber auch nach Naxos fahren.

Bitte nicht die riesigen Fähren nehmen, die Skopelitis dümpelt gemütlich durch die Ägäis (oder je nach Wetterlage auch nicht), die Besatzung ist sturmerprobt und mit etwas Glück genießt man am Oberdeck sitzend den Blick auf eine Gruppe aus dem Wasser springender Delfine, die das Schiff begleitet.

Aber auch Ihre Ankunft in den Häfen der „Erimonissia“ (kleine Ostkykladen) ist „das
Ereignis“, das einem auch trotz täglichen Besuches ihrer Ankunft nie langweilig wird.
Angetrieben durch die Besatzung wird in Windeseile alles unter den Augen der Besucher ausgeladen, was es zum täglichen Leben braucht.

Es gab Besuche meinerseits, außerhalb der Hauptsaison, da erwartete man nach mehrtägigem Ausbleiben der Ankunft der Fähre, die Skopelitis sehnlicher als den allmonatigen Gehaltsscheck, brachte sie doch Bier, Grundnahrungsmittel und nicht zuletzt die langersehnten Zigaretten die längst zur Mangelware geworden waren und wertvoller als jede Währung waren.

In Richtung Naxos gelingt es einem sogar am gleichen Tag zurückzukehren, dies ist von Vorteil wenn man z. B. etwas benötigt das es auf Donoussa nicht gibt.
Nichts desto Trotz würde ich für 1 bis 2 Tage sicherheitshalber Kleidung mitnehmen, man wäre nicht der erste der aufgrund des Wetters oder sonstiger Widrigkeiten nicht wie geplant am gleichen Tag zurückkehrt.

Zu guter Letzt möchte ich Euch meine über viele Jahre erprobte Unterkunft ans Herz legen.

Urlauber die Ruhe und eine schöne Umgebung schätzen sind hier gleichermaßen hervorragend untergebracht wie Familien.

Loni und Spiro Skopelitis betreiben seit einigen Jahren eine kleine Ansammlung liebevoll gestalteter Appartements bestehend aus einem Zimmer, einer Terrasse, einem kleinen Bad sowie einer Kochnische. Mehr braucht es meines Erachtens nicht!

Sofern man noch keine große Kinder hat lassen sich die Zimmer mit einem Zusatzbett ausstattet, so dass man auch zu dritt oder mit etwas zusammenrücken zu viert dort Platz hat.

Vor dem Appartement befindet sich eine kleine Terrasse mit gemauerter, äußerst gemütlicher Bank, Tisch und diesen wunderbaren kleinen griechischen Stühlen auf denen man abends noch sitzen kann um dem Meerrauschen zu lauschen, zu lesen oder sich zu treffen.

Der Garten ist reichlich bewachsen und bietet Ruhe und Schatten.
Kinder können sich gefahrlos bewegen.

Ohne Abstriche ein wunderbarer Platz der sich auszeichnet durch die herzliche Art der Vermieter.
Loni und Spiros Skopelitis (Konversation in Griechisch, Englisch & Deutsch)
Tel.: +30 2285 052296 o. skopelitis@gmx.net

Geschrieben 29.12.2012, Geändert 30.12.2012, 7585 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von adonia vom 12.11.2017 10:25:29

Die Zeiten ändern sich immer schneller. Und die Veränderungen sind nicht nur zum Guten.

Vor zwei Wochen, Ende Oktober 2017, gab es auf Donoussa erstmals den "Donoussa Mountain Run". Beim sogenannten "Trail Running" trampelten 30-40 Läufer die Herbstlandschaft und -Botanik platt und nahmen keine Rücksicht auf die Bewohner und deren Bedürfnisse.

Michalis Prasinos hat die Veranstaltung nachträglich scharf kritisiert: Das sei keine gute Werbung für Donoussa gewesen, im Gegenteil. Auch unter finanziellen Gesichtspunkten sei die Veranstaltung gescheitert.


Kommentar von Xristo vom 08.01.2013 16:47:05

Hallo blankos,
ich freue mich, dass Du "zwischen den Jahren" Zeit gefunden hast, einen sommerlichen Aufenthalt auf Donoussa zu schildern. Ich habe dem nichts hinzuzufügen. in meinen 13 Jahren habe ich nur einmal den August dort erlebt, ansonsten ist Mai - Juni meine Zeit. In 2013 ist Loni schon fast ausgebucht. Ein Erfolg Deiner Werbung? Es sei Ihnen gegönnt. Ich schlafe zur Not auch im Apothiki! Werde dennoch Ende Mai dort ein Plätzchen finden.
In 2012 fuhr Elias auch zu den Makarés. Ein unvergessliches Erlebnis, diese unbewohnten Inseln zu entdecken. Dass nun ein Bus fährt, ist für Nostalgiker allerdings erschreckend. Habe die Insel ja gänzlich ohne Autos erlebt.
Gruß
Christian


Kommentar von Arion vom 05.01.2013 19:34:23

Hallo KV und Blankos,

mein letzter Besuch auf Donoussa liegt zwar schon etwas zurück, aber hier noch einmal der "Link" zum "Link" :

www.in-greece.de/donoussa/artikel/2629-s tippvisite-auf-donoussa

Liebe Grüsse

Arion


Kommentar von kokkinos vrachos vom 05.01.2013 14:47:55

jassou blankos, danke für das ausführliche update über die kleine Ostkykladeninsel Donoussa. Freue mich immer was über die griechischen Inseln zu lesen.

Man merkt das du die Insel und seine Bewohner ins Herz geschlossen hast. Und natürlich hast du Recht, wenn man eine Insel kennenlernen will muß man sie erwandern.

Bei Gelegenheit werde ich auch die kleinen Ostkykladen, Donoussa, Schinoussa, Iraklia, Koufonissi besuchen. Bis dahin muß ich mich mit Donoussa: Ein Reisetagebuch begnügen. Mit Milos im April werde ich meine erste Kykladeninsel besuchen.

Schöne Grüße aus Hamburg, wünsche euch noch schöne Aufenthalte auf eurer Lieblingsinsel.

(Lonis & Spiros Guesthouses haben auch eine HP: donoussa.heimat.eu/index.html)