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Akropolis - Plaka - Monastiraki

Von Xristo

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Streik der Fluglotsen in Athen! Ausgerechnet von 12:00 bis 16:00 !

Nun sitze ich hier und starre auf den gepackten Trolley, telefoniere hektisch mit der Lufthansa und dem Reisebüro. Es werden viele Mitbetroffene schneller gewesen sein, denn der nächste freie Flug findet erst am Samstag um 12:40 statt !! Dieser Umstand beschert uns zwei Übernachtungen in Athen, ich habe das "Phidias Hotel" vor Augen. Wenn schon Athen, dann direkt gegenüber der Akropolis.

Mit der Metro bis zum Monastiráki. Inzwischen herrscht im anfangs leeren Abteil ein beängstigendes Gedränge, sodass das Aussteigen mit einer gewissen Hektik kaum ohne Rippenstöße gelingt. Was diese Rippenstöße bedeuteten, merke ich nach dem Sortieren der "personal belongings" auf dem Bahnsteig: meine Brieftasche erfreut nun einen Taschendieb! Personalausweis und Visakarte nebst ein paar Euro sind perdu. Die klassische Situation, Gedränge, ein gewisses Maß an Stress, Unaufmerksamkeit. Es muss der Mann im schwarzen Hemd gewesen sein, ich hatte noch nach der Ausstiegsstation gefragt. Die Karte habe ich sofort sperren lassen. Der Ärger über die eigene Blödheit ist größer als der über den Verlust.

Unser Hotel "Phidias" liegt direkt an der Apostolou Pavlou, gegenüber der Agora, bekrönt von der Akropolis. Den Abend beschließen wir auf dem Areopag. Die gelb strahlende Akropolis hinter uns, das Lichtermeer der Stadt zu Füßen. Unser Hotel Phidias ist einfach, besticht aber durch die zentrale Lage. Die Straße, beidseitig gesäumt von Ständen der Tandanbietern, ist brechend voll. Die Menschen schieben sich vorbei an den Ständen mit handgemachtem Schmuck, bemalten Schallplatten, Sportschuhen (scheinen der Renner zu sein) , Lederbildern, Seifen und vielem Tand made in China. Auf den Marmorplatten hocken kleine Bangladeschis und verkaufen Kunsttomaten, die wenn sie auf den Boden geworfen werden, auseinanderfließen und sich wieder zur Urform zurückbilden. "2 € for one, 3 € for two my friend". Klaus drückt den Preis auf 2 for 2.  An der Fußgängerzone musiziert eine Gruppe junger Musikanten, ein Sänger mit durchdringender Stimme, je ein Geiger, Gitarist und Flötist. In den Nachthimmel werden kleine, leuchtende Objekte katapultiert, die langsam wieder zum Boden schweben. Andere Imiganten verkaufen Handnähmaschinchen. Junge Leute parken Ihren glänzenden PS-starken Superbikes direkt vor unser Nase. Von Krise, Armut und Jugendarbeitslosigkeit sehe ich hier keine Anzeichen, keine Bettler, nur gut angezogene Menschen, iPhones und iPads sind allgegenwärtig. Das alles beobachten  wir von unserem Logenplatz aus.

Sonntag - Wir waren schon früh im Akropolis Museum, nach einem entspannten Spaziergang über die südlich breit angelegte Dionysiou Areopagitoú um die Akropolis. Noch ist das Museum fast menschenleer. Unglaublich beeindruckend die Architektur, der Bezug zur Akropolis. Auf dicken Rundstützen schwebt das Gebäude über den freigelegten Grundmauern der alten Stadt, die durch den gläsernen Fußboden sichtbar bleiben. Gläserne Böden in allen Ebenen lassen das ganze Gebäude von unten nach oben durchlässig erscheinen. Die Exponate, überwiegend aus weissem bis chremefarbenem Marmor fügen sich zu einem harmonischem Dreiklang aus Beton, Glas und hellem Marmor. Die Gesamtheit der farblich einheitlichen Exponate wird nur hier und da durch Farbrekonstruktionen akzentuiert. Ich kann mir diese Säle nicht mit gänzlich bemalten Skulpturen und Reliefs vorstellen, so wie wir es in der Ausstellung "Die bemalten Götter" in Hamburg sahen. Was wir hier sehen, sind nur die "Rohbauten" der Marmorstatuen.

Im obersten, dritten Geschoss kommt die Beziehung zur Akropolis zum Höhepunkt. Abmessung, Parallelität, Säulenanordnung, Betonwände des Naos mit eingelassenem Parthenonfries sind ein modernes Pendant des über allem tronenden Pathenon, den wir durch die großen Ganzglaswände immer präsent erleben. Beim Verlassen des Gebäudes ist der sehr gut entwickelte Rundgang inzwischen von einer Menschenmenge erobert, unter uns und über uns durch die Glasböden erlebbar.

Stundenlang laufen wir durch Parks und die Gassen der Plaka, wobei die Syntagma Police Station in der Nähe des Zappion (Mimnerou 6-8) besucht und der Verlust gemeldet wird. Das Papier besagt, dass ich ich bin. 
Die alte Marktstraße Pandrossou hat sich verändert. Die Stoffhändler, Sandalenschuster und Komboloyläden sind verschwunden. Nur am westlichen Ende, jenseits des Monastiráki gibt es noch den Flohmarktcharakter. Das Angebot heute: siehe oben. Am letzten Flohmarktstand finde ich dann doch noch das gesuchte Kreta-Messer - wie jenes Fundstüch aus Donoussa - für Monika, mit Olivenholzgriff! Hitze. Sonntagstrubel. Wir haben uns eine Siesta verdient. 

Psirri. Ich wollte das ehemalige Gangsterviertel wiedersehen. 1997 haben wir das letzte Mal einen Rundgang durch das Viertel nördlich des Monastiráki gemacht, das gerade begann, sich zu einem Sceneviertel zu wandeln. Die Kontraste sind groß. Viele verfallene Häuser, in Ecken schlafende Menschen, Straßendealer beim Handelsgeschäft. Dagegen schöne Lokale um den Iroon Platz, ein Hiplokal "on top of the roof" am Monastiráki. Mit dem Lift in den 6.Stock. Ein traumhafter Blick über das Viertel und hinunter zum Menschengewusel auf dem Platz. Eine große Menschenmenge beklatscht die Gruppe von Streetdancern.

Geschrieben 03.06.2013, Geändert 03.06.2013, 5122 x gelesen.

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