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Heiraten in Griechenland

Von Martina M.

Dies ist ein kleiner Leitfaden für eine standesamtliche Trauung in Griechenland (gilt nur für 2 Deutsche, die beide in Deutschland in NRW leben - welche Stolpersteine sich bei einer anderen Konstellation ergeben, entzieht sich meiner Kenntnis).

  1. Beim Standesamt des Geburtsortes für jeden Heiratswilligen einer Geburtsurkunde in internationaler Form beantragen (kann man in der Regel direkt mitnehmen, darf für eine Heirat in Griechenland max. 6 Monate alt sein).

  2. Am Standesamt des Wohnortes 'damit' ein gemeinsames Ehefähigkeitszeugnis beantragen (kann man auch direkt mitnehmen, darf max. 6 Monate alt sein).

  3. Beim Meldeamt des Wohnortes je 1 Meldebescheinigung besorgen (darf höchstens 3 Monate alt sein).
Alles bis hier hin kostet Gebühren, und das nicht zu knapp.
  1. Beim zuständigen Regierungspräsidenten des Bezirks Ehefähigkeitszeugnis und die beiden Geburtsurkunden mit je 1 Apostille versehen lassen (ist schweineteuer, 15 € pro Stempel).

  2. Alles von einem vom gr. Konsulat anerkannten Übersetzer übersetzen lassen und angesichts der bis dahin angefallenen Kosten auf Mitleid hoffen, so dass evtl. ein Sonderpreis seinerseits angeboten wird (Achtung, auch die Apostillen müssen übersetzt werden!).

  3. Die Übersetzungen vom gr. Konsulat beglaubigen lassen (kostet natürlich auch wieder...).
In Griechenland hoffen, dass die zu Hause mühsam mit Liebe und Sorgfalt zusammengetragenen Papiere auch dort Anerkennung finden und einen Termin machen.

Besser ist es schon von zu Hause nach wahrscheinlich 10 Telefonaten einen festen Termin vereinbaren und die Papiere vorab schon mal runterfaxen, damit sie auf Vollständigkeit überprüft werden können. Nicht zu früh vor dem Termin runterfaxen, sonst gehen die Papiere dort evtl. unter oder werden vergessen, weil "ist ja noch soo lang hin...", aber auch nicht zu spät, sonst reicht die Zeit u.U. nicht aus, um evtl. noch Fehlendes zu besorgen.

  1. Trauung durch den Bürgermeister (endlich).Wir hatten einen griechischen und einen deutschen Trauzeugen. Man muss einen Übersetzer haben, wenn man der griechischen Sprache nicht mächtig ist. In unserem Fall wurde er vom Rathaus dort "gestellt". Eine englische Übersetzung reicht aus, wenn man die Sprache einigermaßen beherrscht, dort ist man nicht so pingelig wie bei uns. Alles dort war super vorbereitet, wir brauchten nach der 'Zeremonie' nur unterschreiben und haben sofort die Heiratsurkunde mitbekommen.Übrigens, sollte man vergessen haben, das Handy vor der Trauung auszuschalten - macht nix, das Handy des Bürgermeister klingelt garantiert auch 2-3 mal.

  2. Mit der erhaltenen Heiratsurkunde zum griechischen "Regierungspräsidenten" (Nomarchie) und sie dort wiederum mit einer Apostille versehen lassen. In unserem Fall war er fast direkt um die Ecke und wurde vorab über unseren Besuch informiert.
Von anderen Formalitäten, von denen wir vorher gehört haben (Aufgebot oder Veröffentlichung in der lokalen Presse, Registrierung usw.) haben wir nichts mitbekommen, ist wahrscheinlich durch die Behörden dort vorgenommen worden. Das wichtigste ist, dass man eine Heiratsurkunde mit Apostille mitbekommt. Alle Formalitäten in Griechenland (Trauung, Papiere, Stempel etc.) haben uns übrigens keinen Euro gekostet, aber man freut sich über kleine Aufmerksamkeiten wie Gebäck, Kuchen etc.

Zu Hause ist die Lauferei dann nicht mehr ganz so anstrengend wie zuvor.

  1. Wieder zum Übersetzer, Heiratsurkunde und Apostille übersetzen lassen (muss nun nicht mehr von der gr. Botschaft beglaubigt werden, diesmal sind die deutschen Behörden nicht so pingelig).

  2. Beim Meldeamt des Wohnortes Heiratsurkunde mit Apostille und Übersetzung vorlegen und den Familienstand ändern lassen. Beim Standesamt muss dann ggf. noch ein Antrag wegen der Namensführung gestellt werden.Nach Wunsch (nicht zwingend erforderlich) beim Standesamt die Anlegung eines Familienbuches beantragen und sich eine Abschrift geben lassen. Wurde uns von dort empfohlen, damit man nicht immer die gr. Heiratsurkunde mit Übersetzung vorzeigen muss und auch, falls Kinder da sind oder geplant sind. Und dann geht es natürlich los wie bei jeder Heirat in Deutschland auch (neuer Ausweis, Steuerkarten ändern usw.).
Alles ab Punkt 9. versteht sich selbstverständlich wieder "gegen Gebühr".

Ich übernehme natürlich keine Garantie, dass es in jedem Fall so funktioniert, bei uns hat es aber geklappt. War vorher eine ganz schöne Rennerei, aber wir wollten es ja nicht anders und es war ein wunderschönes Erlebnis, dass wir nicht missen wollen!

P.S. Man muss sich darüber klar werden, dass man, sollte man einen griechischen Trauzeugen haben, nicht nur diesen 'mitheiratet' sondern auch noch einen ganzen Sack vom "koumbari" wie Mutter, Schwester, Schwiegervater etc. Natürlich sind beide Seiten ganz stolz in Anbetracht dieser Tatsache, besonders wenn man sich schon lange kennt. Dass muss natürlich ausgiebig gefeiert werden.

Allen anderen, die sich trauen - Viel Glück! Es lohnt sich (wer hat schon eine Trauung mit Meerblick in so einem wunderschönen Land)!

Geschrieben 08.12.2002, Geändert 08.12.2002, 11801 x gelesen.

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Kommentare zu diesem Artikel

Kommentar von Martina M. vom 17.05.2015 15:07:02

Das ist ja auch nur eine Beschreibung des Papierkrams, der ist in Deutschland auch nicht romantisch.


Kommentar von Romilda vom 17.05.2015 03:21:28

Mein Kommentar kommt Jahre zu spät, ich weiß.... Aber schön oder gar romantisch hört sich das alles nicht gerade an.


Kommentar von Nepo vom 15.05.2012 12:25:23

Zum Gratulieren ist es nach 10 Jahren ja etwas zu spät.
Aber ein Hochzeitsfoto und eines über eventuelle Folgen würde ich mir gerne ansehen.
Ich bin übrigens auch am Meer geehelicht worden, allerdings im kalten Kiel an der Ostsee.

Na ja, bis heute haben immerhin 6758 Heiratskandidaten den Beitrag aufmerksam studiert.

Nepo


Kommentar von Martina M. vom 10.11.2008 18:35:55

Jo, und ich kann es trotz des Papierkrams jedem Griechenlandfan wirklich empfehlen :-).


Kommentar von Richi vom 10.11.2008 15:27:56

Aha, hab es herausbekommen, es war wohl auf Karpathos...


Kommentar von Richi vom 08.11.2008 12:13:54

Das ist ja eher ein Leidfaden als ein Leitfaden! Wo fand das ganze eigentlich statt? oder hab ich das übersehen?

Gruß
Richi